Lebensmittel 4.0 - vom regionalen Projekt zum europäischen Netzwerk

Mit dem Ziel, die digitale Transformation der Lebensmittelbranche in OstWestfalenLippe voranzutreiben, hat die Food-Processing Initiative 2016 gemeinsam mit Partnerorganisationen das Projekt Lebensmittel 4.0 ins Leben gerufen. Rückblickend kann das zunächst auf die Region beschränkte Vorhaben als Initialzündung für viele weitere erfolgreiche Aktivitäten und sogar europaweite Kooperationen gesehen werden.

Mit dem Handlungskonzept OWL 4.0 haben sich über 150 regionale Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam auf den Weg gemacht, die Potenziale der digitalen Transformation für die Region OstWestfalenLippe zu erschließen. Im Jahr 2016 sind zehn Projekte an den Start gegangen, die in unterschiedlichsten Anwendungsfeldern Lösungen für ein besseres Leben und Arbeiten der Zukunft entwickelt haben. Wirtschaftliche Themen, wie die Digitalisierung von Industrie und Arbeitswelt, standen dabei genauso im Fokus, wie die Entwicklung von gesellschaftlichen Perspektiven für die Bereiche Gesundheit, Klimaschutz oder Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Gefördert wurden diese Aktivitäten durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Projekt Lebensmittel 4.0 der Food-Processing Initiative und des Instituts für Lebensmitteltechnologie NRW (ILT.NRW) an der TH OWL ist ebenfalls aus dem Handlungskonzept OWL 4.0 hervorgegangen. Es verfolgte das Ziel, Unternehmen der für den Wirtschaftsstandort OWL wichtigen Lebensmittelbranche bei der Umsetzung der digitalen Transformation in der betrieblichen Praxis zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurden zunächst die Potenziale der Digitalisierung in der Lebensmittelherstellung mit Blick auf wesentliche Herausforderungen sowie die konkreten Bedarfe der Unternehmen ermittelt. Darauf aufbauend konnte eine Reihe von Unterstützung- und Qualifizierungsangeboten entwickelt werden.

Ein weiterer Erfolg des Projekts Lebensmittel 4.0 liegt in der nachhaltigen Stärkung der regionalen Forschungs-, Entwicklungs- und Transferinfrastruktur. Es kann als Startschuss für eine Reihe von Folgeaktivitäten im Lebensmittelbereich gesehen werden. So wurde der Aufbau des Projekts smartFoodTechnologyOWL unterstützt. Die Science-Business-Kooperation ermöglicht es Unternehmen, konkrete Projekte in Kooperation mit der TH OWL durchzuführen und vom Wissen über intelligente technische Systeme des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) und dem Know-how im Bereich der Lebensmitteltechnologie des ILT.NRW zu profitieren. Am Projekt smartFoodTechnologyOWL sind neben Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, Kammern und Netzwerkorganisation, renommierte Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland beteiligt.

Aufbauend auf diesen Spitzenkompetenzen und den etablierten Kooperationsstrukturen entsteht am Innovation Campus Lemgo zudem die Smart FOODFACTORY. Sie ist als Forschungs- und Demonstrationszentrum für die digitale Transformation der Lebensmittelwirtschaft konzipiert, in der neue Technologien, Produkte und Produktionsprozesse in realer Umgebung entwickelt und evaluiert werden können.

Des Weiteren konnte die Zusammenarbeit im regionalen Netzwerk aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren der Lebensmittelwirtschaft in OstWestfalenLippe und darüber hinaus verfestigt und massiv ausgebaut werden. Aufgrund dieser Bündelung der Kompetenzen ist die Region mittlerweile auch international ein gefragter Kooperationspartner und durch die Mitwirkung der Food-Processing Initiative sowie der TH OWL in mehreren europaweiten Vorhaben vertreten. Das Ziel der Plattform Smart Sensors 4 Agri-Food (www.ss4af.com) liegt darin, den Zugang zur intelligenten Sensorsystemen und deren Implementierung in Prozesse der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu erleichtern. Die Grundlage dafür bildet die Kooperation von 17 Clustern aus 12 europäischen Regionen, wobei Deutschland durch OstWestfalenLippe repräsentiert wird. Erreicht werden soll dieses Ziel durch die gemeinsame Umsetzung verschiedener Projekte. Im Rahmen von S3Food (www.s3food.eu) werden kleine und mittlere Unternehmen beispielsweise durch ein Gutscheinsystem unterstützt, digitale Lösungen in ihre Produktionsprozesse zu integrieren.

Rückblickend zeigt diese Entwicklung eindrücklich auf, welche nachhaltigen Impulse von einem zeitlich begrenzten Förderprojekt wie Lebensmittel 4.0 ausgehen können. Das Vorhaben, welches im Jahr 2016 als ein auf die Region OstWestfalenLippe zugeschnittenes Projekt gestartet ist, kann als Ausgangspunkt für eine Vielzahl an Folgeaktivitäten im Bereich der Lebensmittelwirtschaft gesehen werden. Aufgebaute Netzwerkstrukturen wurden gefestigt und international ausgebaut. Das Projekt Lebensmittel 4.0 hat somit einen fortwährenden Beitrag zur gesamtheitlichen Entwicklung der Wirtschaftsregion OWL beigetragen.


Spannende Impulse rund um die digitale Transformation der Lebensmittelbranche erhalten Sie am 23. April 2021 im Rahmen des Thementages "Smart Food Technologies" der virtuellen Innovationsschau "Industrial Pioneers in OWL".

Ansprechpartner
Norbert Reichl
Food-Processing Initiative e.V., Geschäftsführer
T 0521 98640-0