Offene Innovationsplattform IoT-Reallabor LemGO DIGITAL

Wir leben in einer zunehmend vernetzten Welt. Das betrifft alle Lebensbereiche. Wie kann das Internet der Dinge (IoT) das Leben in der Stadt erleichtern oder attraktiver machen? Weltweit beschäftigen sich „Smart City“-Projekte mit dieser Frage. Allerdings sind diese sehr stark auf Megastädte und Metropolen ausgerichtet. Jedoch können auch Mittelstädte von intelligenten, digitalen Lösungen profitieren.

Daher betreibt das Fraunhofer IOSB-INA seit Mai 2018 das IoT-Reallabor LemGO DIGITAL, welches als offene Innovationsplattform für die digitale Transformation von Mittelstädten dienen soll. Unterstützt werden die Fraunhofer-Wissenschaftler dabei durch die Hochschule OWL sowie weiteren Partnern aus Nordrhein-Westfalen. Die Forschungsinfrastruktur wird von Unternehmen, IoT-Startups, Kommunen und Forschungseinrichtungen genutzt, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern als "Alltagsexperten" innovative Produkte und datenbasierte Dienste in den Handlungsfeldern Mobilität, Einzelhandel und Umwelt zu entwickeln und umzusetzen.

 Die Alte Hansestadt Lemgo steht dabei modellhaft für über 180 Mittelstädte in Nordrhein-Westfalen, in denen die Hälfte aller Menschen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes leben. Daher können viele vergleichbare Kommunen in NRW und ganz Deutschland von den Erfahrungen aus LemGO DIGITAL bei der Umsetzung eigener Digitalisierungsprojekte profitieren.


Ziel

Neben der richtigen Größe der Stadt, ist es in Lemgo die Forschungsinfrastruktur, die den Standort prädestiniert. Die Fraunhofer-Gesellschaft unterhält mit dem Fraunhofer IOSB-INA einen Standort, der seit fast zehn Jahren auf den Gebieten der Informations- und Kommunikationstechnik im industriellen Umfeld sowie der Intelligenten Automation forscht. Mit LemGo Digital sollen diese Kompetenzen (Sensorik, Vernetzung, Datenanalyse, Mensch-Technik-Interaktion) auf Lösungen für Alltagsprobleme in der Stadt übertragen und angepasst werden. LemGo Digital macht das Internet der Dinge für die Bürgerinnen und Bürger praktisch erfahrbar und zeigt, wie die Digitalisierung Alltagsprobleme lösen kann. Im Projekt sollen die Bürgerinnen und Bürger als Endnutzer technischer Produkte und Lösungen im Rahmen des neuen IoT-Reallabors nicht auf die Rolle als Testpersonen beschränkt bleiben. Sie sollen vielmehr als Alltagsexperten direkt in die Ideenfindung und aktive Gestaltung von Innovationen in ihrer Stadt eingebunden werden.


Lösungen

Erste Impulsprojekte sind in den Handlungsfeldern Mobilität, Handel und Umwelt aufgesetzt worden, ebenso wie ein professionelles Projektmanagement. Inzwischen sind beispielsweise alle 16 Stadtbusse mit Sensoren für die exakte Positionsbestimmung und zusätzlichen Displays ausgestattet. Die Positionsdaten werden in einer sicheren Cloud verarbeitet und die Fahrgäste sehen morgens bereits am Frühstückstisch auf ihrem Smartphone, wann genau sie sich auf dem Weg zur Halstestelle machen können. Busfahrer sehen so außerdem die Positionen der Kolleginnen und Kollegen, wodurch der fragile Funkverkehr entfällt und eigene Abfahrtszeiten einfacher synchronisiert werden können. Die Funktionsweise und die grafische Oberfläche der Informationsanzeige in den Bussen ist in einem Workshop mit Busfahrerinnen und Busfahrern entwickelt worden. Neben dem Handlungsfeld Mobilität wurde am 06. September 2018 mit dem Impulsgespräch „Erlebnisraum Innenstadt“ der Beteiligungsprozess für das Handlungsfeld Einzelhandel gestartet, der mit 80 Teilnehmern auf großes Interesse gestoßen ist.


Ergebnis

Das Ziel besteht in der dauerhaften Etablierung des Projekts und dessen Ergebnisse auch über die Förderphase hinaus. Dieser Innovationsansatz ist nämlich auch für Unternehmen von großem Interesse. Künftig soll die Forschungsinfrastruktur deshalb gleichermaßen von Unternehmen, IoT-Startups, Kommunen und Forschungseinrichtungen genutzt werden, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern neue Produkte und datenbasierte Dienste zu entwickeln und zu erproben. Um diesen Prozess aktiv mitzugestalten und die Ergebnisse schnell adaptieren zu können, sind von Beginn an weitere interessierte Kommunen in eine Nutzergruppe eingeladen worden.

Projektpartner

LemGo Digital findet auf Initiative und unter Federführung des Fraunhofer IOSB-INA und mit finanzieller Unterstützung der NRW-Landesregierung statt.
Mehr Informationen auf www.lemgo-digital.de

Ansprechpartner
Jens-Peter Seick
Fraunhofer IOSB-INA Projektleiter „Lemgo Digital“
T 5261 7773127