Blended-Learning und Youtube: Lernen 4.0 am Campus Handwerk

Das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld übernimmt mit seiner breiten Angebotspalette seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle in der Aus- und Weiterbildung der Handwerker in Ostwestfalen. ‚Lernen von MORGEN‘ heißt hier vor allem sich auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Zielgruppen einstellen.

Interaktive Whiteboards ersetzen am Campus Handwerk die bekannten Kreidetafeln © Veit Mette
Die Lehrräume sind mit einem Bereich für praktische Übungen ausgestattet © Veit Mette

Während die Halbwertzeit von Wissen stetig abnimmt, gewinnt gleichzeitig das lebenslange Lernen an Bedeutung. „Um langfristig den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Fachkräfte heute mehr denn je kontinuierlich in die eigene Weiterbildung investieren. Allerdings ist nicht jeder bereit, sich für eine Fortbildung mehrere Wochen oder gar Monate von der Arbeit freistellen. Zudem dürften auch nur wenige Arbeitgeber dieses Modell uneingeschränkt befürworten. Hier sind Blended Learning-Konzepte ideal, um den Anforderungen an eine kontinuierliche Erweiterung der Kompetenzen gerecht zu werden.“, so Roland Willrich, stellvertretender Leiters des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld.

Im Berufsbildungszentrum Bielefeld werden verschiedene Lehrgänge im Blended Learning-Format angeboten, darunter zum Beispiel die Qualifizierung zur „Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien“. Die Teilnehmenden treffen sich alle vier Wochen zu Präsenzstunden am Freitagnachmittag oder Samstagvormittag im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld. In der Zwischenzeit erarbeiten sie sich eigenverantwortlich den Unterrichtsstoff von zu Hause aus.

Aktuell gibt es laut Willrich zwar noch hin und wieder eine gewisse Hemmschwelle, gegenüber derartigen Angeboten, da die Befürchtung besteht, nicht ausreichend Kontakt zur Lehrkraft zu haben oder sich nicht ausreichend selbst motivieren zu können. „Über die digitale Lernplattform ILIAS ist der Kontakt zur Lehrkraft und zu den anderen Teilnehmenden aber jederzeit möglich“, so Willrich. Ebenfalls sind dort Inhalte hinterlegt und bearbeitete Aufgaben müssen innerhalb einer festgelegten Zeitspanne eingereicht werden.

Aufgrund der besonderen Bedeutung praktischer Übungen in der handwerklichen Aus- und Weiterbildung kommt dem Präsenzunterricht aber weiterhin ein hoher Stellenwert zu. Hier ersetzen jedoch inzwischen interaktive Whiteboards die bekannten Kreidetafeln und Overhead-Projektoren. Die Whiteboards ermöglichen einen flexibleren Umgang mit Unterrichtsinhalten. So können die Lehrkräfte Tafelbilder aus vergangenen Sitzungen zurückholen, Dinge markieren und multimediale Inhalte zur Veranschaulichung aufrufen. „Die jungen Leute bringen das Interesse an digitalen Medien mit in den Unterricht. Über die Whiteboards ist z. B. auch das Lernen mit Hilfe von Youtube-Videos möglich – und sogar erwünscht“, sagt Roland Willrich. „Uns ist es wichtig den Auszubildenden - als Fach- und Führungskräfte von morgen - bereits hier das technisch notwendige Wissen mitzugeben und sie auf die Digitale Transformation vorzubereiten“, so Willrich. Das Thema Digitalisierung spiele inzwischen in allen Gewerken eine wichtige Rolle, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Für Roland Willrich geht es dabei aber vor allem um eine effiziente Gestaltung der Geschäfts- und Produktionsprozesse. „Es geht nicht darum, die Fachkraft irgendwann durch eine Maschine zu ersetzen“, stellt er klar.

Die Fachräume im Berufsbildungszentrum Bielefeld bestehen jeweils aus einem Theoriearbeitsbereich und einem Bereich für die praktischen Übungen. „Wir legen viel Wert darauf, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und handlungsorientiertes Lernen zu gewährleisten“, erklärt Willrich. „Auf diese Weise können Aufgaben bearbeitet werden, die den Arbeitsalltag des Lernenden widerspiegeln: von der Auftragsakquise bis hin zum fertigen Produkt.“

Bilder:Veit Mette

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