„Herr Mustermann will gar keine Emails bekommen!“ (H. Rammig & C. Mayer)

Die neue Arbeitswelt erleichtert vieles: Körperliche Arbeit sowieso, aber auch die Mitarbeiter im Büro werden immer stärker entlastet. Geistig, weil ihnen die Digitalisierung Denkarbeit abnimmt. Sozial, weil die Kommunikation durch haufenweise Tools unterstützt wird. Organisatorisch, weil alles flexibel jederzeit von überall erledigt werden kann. „Hurra!“, sagen die Befürworter des technologischen Wandels.

 

Die neue Arbeitswelt erschwert aber auch vieles: Geistig, weil man sich ständig fragt, welches Programm oder welcher Prozess eigentlich „state of the art“ ist. Sozial, weil mehr Kanäle nicht automatisch mehr oder gar bessere Kommunikation bedeuten. Organisatorisch, weil Flexibilität auch heißt, „always-on“ zu sein. „Himmel hilf“, sagen nicht nur Technologieverweigerer oder Veränderungs-Unwillige, sondern auch ehemalige IT-Freaks und sogenannte „Digital Natives“, die bemerken, dass eine immer komplexere, vernetzte Echtzeit-Welt verdammt herausfordernd ist.

Für den einzelnen Menschen sind die Veränderungen schon groß genug. Ratlosigkeit macht sich breit, Resignation, digitale Erschöpfung. Wäre das kein Thema für die Masse, dann gäbe es keine Bücher darüber (siehe „Digitale Erschöpfung: Wie wir die Kontrolle über unser Leben wiedergewinnen“ – Markus Albers, Carl Hanser Verlag, 2017). Gerade die ständige Erreichbarkeit und Vernetzung mit der ganzen Welt durch das Smartphone, welches nie ausgeschaltet wird, betrifft jeden Einzelnen schon im Privatleben. Im Arbeitsleben wird es nicht besser, denn hier kommen Herausforderungen dazu, die es vor zehn Jahren noch nicht gab. Was macht Arbeit 4.0 mit den Menschen? Und wie sollen die Unternehmen als wesentliche Gestalter der Arbeitswelt damit umgehen? 

Viele Unternehmen sind ratlos, wie sie mit den Möglichkeiten der Digitalisierung umgehen sollen. Man will natürlich mit der Zeit gehen, modernisieren, im Wettbewerb nicht als analoger Dinosaurier dastehen. Aber was braucht das einzelne Unternehmen wirklich? Welche Tools, welche Prozesse führt man sinnvollerweise ein, und wie macht man das? Wie muss sich die Organisationskultur verändern, damit sie die Einführung von digitalen Prozessen erfolgreich unterstützt?  Andauernde Change-Prozesse zermürben, wie sich wiederum in Buchtiteln wie „Change mich am Arsch - Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ (Axel Koch, Econ Verlag, 2018) zeigt. Aber die Herausforderung besteht darin, dass mit der Einführung neuer Tools, digitaler Prozesse und neuer Arbeitsformen es eben noch nicht getan ist, sondern der Änderungsprozess langwierig ist und bis tief in die Unternehmenskultur eingreift. Allein diese Erkenntnis könnte schon ein Schritt sein um sich erfolgreich in die Arbeitswelt von Morgen zu bewegen.

Durch all diese Aspekte wird schnell klar, dass es nicht nur die EINE Arbeitswelt der Zukunft gibt. Es gibt vielfältige Arbeitswelten, und die zu gestalten, ist Aufgabe jedes einzelnen Unternehmens. Ganz klar ist dabei, dass die unternehmensindividuelle Nutzung der digitalen Möglichkeiten zuallererst eine Kulturfrage ist. Ob wir es hören wollen oder nicht: Wir müssen etwas dafür tun, unsere eigene Unternehmenskultur zu gestalten. So zu gestalten, dass unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter erfolgreich lernen mit der Digitalisierung umzugehen.

Wenn Sie Unterstützung bei der Zukunftsgestaltung Ihrer individuellen Arbeitswelt suchen, informieren Sie sich gerne hier über unsere Angebote!

 

 

Ansprechpartner
Hanna Rammig
ScMI AG
T 05251 150-581